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Empfehlungen

Nick Hornby: Keiner hat gesagt, du sollst ausziehen

Kiepenheuer&Witsch, 2020, € 18

 

Mit seinem unvergleichlichen Humor und seinem Blick für sympathische Antihelden zeigt uns Nick Hornby ein ganz normales Ehepaar und die komischen Seiten einer Ehekrise. Louise 40, Ärztin, und Tom, 44, arbeitsloser Musikjournalist, machen eine Paartherapie, auf Louises Initivative – sie hatte ein Verhältnis und plagt sich mit einem schlechten Gewissen. Tom zieht während der Therapie aus der gemeinsamen Wohnung in ein besetzes Haus. Vor den Sitzungen treffen sich die beiden im Pub, um das durchzusprechen, was die Sitzungen zu Tage fördern. Wie Luise und Tom die Stärken und Schwächen des anderen angriffslustig herausarbeiten, zeugt vor allem von Nähe und Vertrautheit….Michaela Kube

Mathias Zantingh: Nach Mattias

Diogenes Verlag, 2020, € 22

 

Ein einschneidendes Ereignis trennt den Fluß der Zeit immer in ein Davor und ein Danach. Und wenn ein Buch „Nach Matthias“ heißt, ahnen wir bereits, dass dieser Matthias nicht mehr da ist. Auf welche Art und Weise der junge Mann aus dem Leben gerissen wurde, erfahren wir erst gegen Ende des Romans. Doch darum geht es gar nicht. Es geht vielmehr darum, was er seinen Freunden und Verwandten bedeutet hat und wie sie mit dem Verlust umgehen.

Acht Leute, die alle auf irgendeine Weise mit ihm verbunden waren, erzählen von „ihrem“ Mattias und lassen so das Gesamtbild eines Mannes entstehen, der das Leben in vollen Zügen genossen und sich mit Freude und Neugier auf alles Neue eingelassen hat.

Trotz des Themas „Verlust“ kein tieftrauriges Buch. Denn am Ende jeder der acht Geschichten bleibt der Blick nicht in der Vergangenheit haften, sondern richtet sich in die Zukunft. Michaela Kube

Ingo Schulze, Die rechtschaffenen Mörder,

S.Fischer Verlag, 2020, € 21

 

Im Zentrum des Romans steht zunächst Norbert Paulini, ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, der nach der Wende arbeitslos wird und mit Pegida zu sympathisieren beginnt. Ok, denkt man, ein Roman über Ost-Befindlichkeiten. Doch so einfach macht es uns Schulze nicht, denn zack , kommt eine neue Erzählebene: Im zweiten Teil geht es um den Schriftsteller Schultze (mit t!), der über den Dresdner Antiquar eine Biografie schreibt – also Vorhang auf für ein doppelbödiges Spiel mit Lesererwartungen. Und zack, im dritten Teil, die nächste Erzählebene: Hier wird ein Kriminalfall aufgerollt. Wer spricht? Die Verlegerin des Schriftstellers Schultze, der eine Biografie über den Dresdner Antiquar Paulini schreibt….

Tricky Erzählstruktur, zugleich schalkhaftes und brillantes Hinterfragen von Ossi-Klischees, Bloßstellung des kapitalistischen Literaturbetriebs: Eine Lektüre, die sich lohnt! Michaela Kube

Anna Hope: Was wir sind

Hanser Verlag, 2020, € 22

 

3 Frauen, 3 Wege. Hannah und Cate kennen sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit , Lissa und Hannah haben während des Studiums Freundschaft geschlossen. Alle drei leben als End-Zwanzigerinnen in einer fröhlichen, unbeschwerten WG in London Fields.
Doch es kommt der Zeitpunkt, an dem es gilt, die Weichen für das eigene Leben zu stellen.
Hannah entscheidet sich für verantwortungsvollen Job, Mann, Heirat und Kind – aber das Kind will nicht kommen, und ihre Ehe mit Nathan wird durch den unerfüllten Kinderwunsch auf eine harte Probe gestellt. Cate wiederum bekommt mit einem Mann, mit dem sie zunächst eher aus Pragmatismus denn aus Liebe zusammen ist, ein Kind, und ist als junge Mutter heillos überfordert. Lissa schließlich führt ein wildes Leben als Schauspielerin, mit wechselnden Liebhabern und spärlich gesäten Engagements.

Wie entwickeln sich Frauenfreundschaften, wenn jede für sich die grundlegenden Entscheidungen für ihr Leben trifft? Was trennt, was hält zusammen?

Ein eher leiser Roman, der mit einem untrüglichen Gespür für die kleinsten zwischenmenschlichen Nuancen von verschiedenen Lebensentwürfen erzählt, zwischen denen sich zu entscheiden nicht immer leicht ist… Michaela Kube

Prof. Shane O`Mara: Das Glück vom Gehen

Rowolt Verlag, 2020, € 22

 

Unser tollstes Sachbuch im Moment ist „Das Glück des Gehens“. Ist gerade herausgekommen. Geschrieben hat es der irische Neurowissenschaftler Shane O’Mara. Darin schlüsselt er ganz wunderbar und richtig fesselnd auf, wie wichtig, lebensverändernd und schön es ist, ja, zu gehen. Nicht zu sitzen, nicht in sich zu versinken, sondern ganz schlicht Schritt für Schritt zu machen. Draußen, im Wohnzimmer, irgendwo. Eben auch ein wunderbares Buch in der Krise. Übrigens: Wer geht, kann tausend mal besser denken. Erwiesen! Katja Bode

Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale

Hanser 2020, 22 Euro

 

Völlig egal, ob Sie sich jemals über den Aal Gedanken gemacht haben, ob Sie angeln, sich für die Unterwasserwelt begeistern oder mit all dem wenig anfangen können: dieses Buch wird Sie begeistern:  Es gibt kaum ein Lebewesen, das im Lauf der Jahrhunderte  Gegenstand so vieler  Rituale, Mythen und Geschichten geworden ist wie der Aal. In einer ruhigen , klaren und sinnlichen Sprache beschreibt der Autor die Metamorphosen des Aals und die damit zusammenhängenden philosphischen, wissenschaftlichen, religiösen und biologischen Erkenntnisse. Atemberaubend und wunderschön zu lesen.  Das gemeinsame Angeln von Kindesbeinen an mit dem Vater gibt dem Sachbuch einen besonderen Rahmen und macht es umso lesenswerter.

Mein absoluter Favorit im Frühjahr! Dorothee Luther

Nele Brönner: Begel, der Egel

Luftschacht Verlag, 2020, € 22

 

Normalerweise sind Bilderbücher bevölkert von kleinen Tigern, kleinen Bären, kleinen Fischen oder kleinen Siebenschläfern. Höchste Zeit für ein Bilderbuch in dem ein Blutegel die Hauptrolle spielt.

Begel ist von Beruf Physiotherapeut und stolzer Alleinbewohner eines gepflegten Glases auf dem höchsten Regalbrett. Sein Leben verläuft wenig aufregend und gleichförmig. Doch es kommt, wie es kommen muss: Nicht nur ein zweites Glas mit zwei Neuen wird neben dem seinen abgestellt, nein, Begel muss sich ab nun auch noch sein Zuhause mit einem anderen, neuen und viel jüngeren Egek teilen, Ögel sein Name. Begel ist unzufrieden, denn er ist sehr sensibel und braucht viel Ruhe zur Entspannung von seiner harten Arbeit. Und am nächsten Tag passiert es: Beim Einsatz an einem großen Patieneten geht Egel trotz gewissenhafter Erledigung seiner Pflicht verloren und landet an einem viel zu trockenen Ort. Schon fühlt er sich von allen verlassen und verliert das Bewusstsein, doch zum Glück gibt es ein Happy End ...

Äußerst originell und witzig! Michaela Kube

Lorenz Pauli, Kathrin Schärer: Ei, Ei, EI, die Maus hilft aus

Atlantis Verlag, 2020, € 15

 

Die hilfbereite Maus hilft der Amselmama, ihre Eier warmzuhalten. Gar nicht so einfach für die kleine Maus, alle Eier zu bedecken. Aber sie macht ihre Sache gut und in Windeseile spricht es sich herum. Die Meisen bringen ihre Eier vorbei, auf die Eichhörnchenkinder soll aufgepasst werden, und die kleine Maus steht vor immer neuen Herausforderungen. Dieser Waldkindergarten ist herrlich turbulent und Kathrin Schärer überzeugt wie in allen ihren Büchern mit fantasievollen Illustrationen. Ein Buch nicht nur für die Kleinsten und nicht nur für Ostern! Dorothee Luther

Frank Berzbach: Die Schönheit der Begegnung, Eisele Verlag, 20 €

 

Was für eine verblüffend anders geschriebene und ganz eigensinnig vibrierende Lovestory. Der namenlose Ich-Erzähler denkt über die erste Begegenung mit seiner Freundin nach. Über den entscheidenenden Moment, in dem die beiden - von einer Sekunde auf die nächste, irgendwann zwischen Parkbank-Geplauder, Tattoo-Termin und einem gemeimsamen Espresso - zu einem Paar wurden. Er schreibt die Geschichte auf, und stellt fest: Nein, so war es ja gar nicht! Und fängt von vorne an - insgesamt 32 mal ... Lange schon hat, man nicht so zärtlich, verwegen und extrem inspirierend über Anziehung und die Macht des genussvollen Klebenbleibens gelesen. Und das von einem männlcihen Autor!Frank Berzbach ist als Schriftsteller eine Entdeckung! Katja Bode

Amor Towles: Ein Gentleman in Moskau

Ullstein TB, 2018, € 12

 

Moskau, 1922. Graf Rostov, ein gebildeter und weltgewandter Adeliger steht vor dem Soviet Tribunal. Er wird verschont, aber sollte er je sein Hotel verlassen, ist er ein toter Mann. All seiner Privilegien beraubt, findet er, nach anfänglicher Verzweiflung, seinen neuen Platz im Leben, Zufriedenheit und wächst am Ende über sich hinaus.

Ein leiser Roman, der den Leser sog artig in die Welt des Grafen zieht und hoffnungsfroh entlässt. Ein Roman, wie er nicht besser in unsere Zeit passen könnte. Ameli Bischoff
 

Stefanie Höfler: Helsin Apfelsin und der Spinner

Beltz Verlag, 2020, € 12,90

 

Ein starkes Mädchen, diese Helsin! Sie kann ihre Wutausbrüche nur schwer kontrollieren, ihre Freunde in der Schulklasse können aber gut damit umgehen – bis ein Neuer in die zweite Klasse kommt und Helsins Leben erstmal auf den Kopf gestellt wird. Denn Louis akzeptiert Helsins „Spinnereien“ nicht und holt sich sehr bald eine blutige Nase. Wie Helsin und Louis lernen, miteinander umzugehen, wie Helsin neben Lügen und Verzweiflung auch schöne Momente erlebt, Freundschaften schließt und über ihre eigene Adoption erfährt, wird für Kinder ab 10 Jahren sehr einfühlsam beschrieben. Dorotee Luther

Wolfgang Schorlau/Claudio Caiolo:

Der freie Hund

Kiepenheuer&Witsch 2020, 16 Euro

 

Wir kennen Schorlau als investigativen Krimi-Autor. Seine brisanten Themen, angefangen von der Treuhand bis hin zu der rechten Szene des 21. Jahrhunderts halten uns seit vielen Jahren in Atem. Und immer ist Verlaß auf seine gründliche Recherche. Im Duo mit seinem italienischen Schriftstellerkollegen Caiolo ist ein packender Krimi entstanden, der ebenso an Aktualität nicht zu wünschen übrig läßt. Tatort Venedig, Thema Kreuzfahrt, Politik und Mafia. Lassen Sie sich überraschen! Katja Bode

 

Jonathan Coe: Middle England

Foilio Verlag, 2020, € 25

 

Das Buch zum Brexit.Rund um den Familien-und Freundeskreis von Ben Trotter verfolgt Jonthans Coes klug-ironische Komödie wie es dazu kommen konnte. Seine Nichte fürchtet, dass ihr Mann ebenso fremdenfeindlich sein könnte, wie seine Mutter unter ihrem Mantel englischer Steifheit. Freund Doug, Journalist und Labour Anhänger, schämt sich für sein Leben im reichen Chelsea, dass sich kaum noch jemand leisten kann. In den vermeintlich idyllischen Midlands kommt eine bizarre Sehnsucht nach Englishness mit seinen festen Werten und Traditionen auf und zieht eine tiefe Kluft durch alle menschlichen Beziehungen. Ab wann lief alles schief? Dieser fein geponnene,unterhaltsame Roman blickt tief in die Seele des englischen Wesens. Ameli Bischoff

Dave Eggers: Der Mönch von Mokka

KiWi Taschenbuch, 2020, € 12

 

Der 24-jährige Mokthar, als Kind aus dem Jemen nach San Francisco eingewandert, lebt in den Tag hinein. Durch Zufall erfährt von der uralten Kaffeetradtion seines Heimatlandes. An diese Tradition will er anknüpfen, lernt alles über Kaffee - und wir mit ihm - macht sich auf in den Jemen um diesen besonderen Kaffee zu fairen Bedignungen und Preisen anzubauen. Der Jemen ist nicht gerade das geeignetste Land für ein Start-Up, aber er trotz den Widrigkeiten und den saudischen Bomben. Seine Firma "Port of Mokha" produziert heute einen der besten Kaffees der Welt.

Eine wahre und unglaubliche Geschichte, unterhaltsam und lehrreich erzählt, ein Lesevergnügen. Ameli Bischoff

Markus Orths: Picknick im Dunkeln

Hanser Verlag, 2020, € 22

 

Treffen sich Stan Laurel und Thomas von Aquin im Dunkeln ...

Eine unglaubliche Begenung, die den Bogen über siebenhundert Jahre Weltgeschichte spannt: zwei Männer treffen sich im vollkommener Finsternis. Sie wollen ans Licht, tasten sich voran, führen irrwitzige Gespräche und teilen Erinnerungen an zwei unterschiedliche Leben. Der begnadete Komiker trifft auf den großen Denker des Mittelalters. Warum hier, Warum jetzt? Warum gerade sie beide? Genau das müssen sie herausfinden, um ans Licht zu gelangen. Picknick im Dunkeln ist  eine aufregende philosophische Reise, eine urkomische und todernste Geschichte über die Fragen des Lebens. Ameli Bischoff

Michael Frank: Schmalensee

Picus Verlag, 2020, € 22

 

Eine Siedlung zwischen Klais und Mittenwald, bewohnt von Flüchtlingen und Aussiedlern in der Nachkriegszeit ist eine Welt für sich und das Zuhause von Michael Frank. Seine Kindheitserinnerungen an die harten Wege zur Schule in sibirischer Kälte, an den grimmigen Vater, geliebt und gefürchtet, an die fromme, aber wissenshungrige Mutter, geben uns einfühlsame und auch lustige Einblicke. Die Kinder bauen sich darin ihre eigene Welt, zwischen Rechtgläubigkeit und ideologischem Aufruhr, unter dem Einfluss von Kirche, Schule und "Besatzern" und den Einbrüchen der Moderne. Ein wunderbar authentischer Roman, nicht nur, aber vor allem für Hiesige. Ameli Bischoff
 

Nele Brönner: Zitronenkind.

NordSüd Verlag, 15,00 €

 

Die Zitronen am Baum sind reif und alle bester Laune. Nur das eine Zitronenkind Toni bleibt grün. Es hat seinen eigenen Kopf. Die Sicht vom Zitronenbaum aus genügt Toni. Wer will schon in die Welt hinaus? Aber dann hängt er ganz allein am Baum. Wird Toni den Sprung wagen? Ja, er tut es, und sein Mut wird belohnt. Nele Brönner erzählt mit viel Humor eine Geschichte über das Wachsen und Reifen. Mit prägnantem Strich verleiht sie dem Zitronenkind seinen besonderen Charme. Michaela Kube

Paula McLain: Hemingway & ich
Aufbau TB Verlag, € 12,00

 

Martha Gellhorn führte ein aufregend untypisches Leben als junge Frau Anfang des 20.Jahrhunderts. Sie folgt  ihrem Vorbild Hemingway als Reporterin in den spanischen Bürgerkrieg und beginnt damit ihre Karriere als  Kriegsberichtserstatterin.  Was sie immer wieder an die Kriegsschauplätze der Welt und immer wieder in die Arme von Hemingway treibt, wie sich beide schriftstellerisch und als Paar ergänzen  und Gellhorn doch ganz ihren eigen Weg geht - das weiß die Autorin McLain vor dem Hintergrund der weltpolitischen Ereignisse grandios zu schildern. 

Davide Longo: Die jungen Bestien

Rowolt Verlag, 2020, € 22

 

Das ist mein Kriminalroman des Frühlings: Traurig, hart und unfassbar lässig geschrieben. Der Plot: Auf einer Baustelle in der Nähe von Turin werden mehrere Skelette im Erdreich entdeckt. Die vorschnelle Schlussfolgerung – vermutlich ein Partisanengrab aus dem Zweiten Weltkrieg. Fall erledigt! Commissario Arcadipane jedoch entwendet einen Knochen und findet heraus, es handelt sich um die Überreste eines kommunistischen Studenten aus den 70ern. Wurden er und seine Freunde Opfer einer rechten Lynchjustiz? Es geht um vieles in diesem großen Buch: Um die Midlife-Crisis eines älter werdenden Polizisten, um politischen Mord, um beunruhigende Vertuschungen und menschliche Haltung. Aufwühlend, spannend und klug! Katja Bode

Heinz Janisch, Maja Kastelic: Hans Christian Andersen. Die Reise seines Lebens,

Nord-Süd Verlag, 2020, 16 Euro

 

In zarten, pastellfarbenen Tönen wird die Lebensgeschichte von H.C. Andersen illustriert. Die Rahmenhandlung: eine Kutschenfahrt und ein neugieriges kleines Mädchen, das dem Dichter gegenübersitzt und Fragen stellt. Für die ganze Familie! Und ganz sicher  nimmt man gerne das ein oder andere Märchen aus Kinderzeiten wieder zur Hand um zu lesen und vorzulesen.Dorothee Luther

Zoe Tucker/ Rachel Katstaller:
Ada und die Zahlen-Knack-Maschine
Nord Süd Verlag
16,00 €
ab 5 Jahren


Augusta Ada Byron, besser bekannt als Ada Lovelace, ist ein wissbegieriges Kind. Sie liest, was sie in der Bibliothek ihres Vaters, des skandalumwitterten Dichters Lord Byron, in die Hände bekommen kann, aber vor allem liebt sie es, mathematische Probleme zu lösen. Zusammen mit ihrem Lehrer, dem Mathematiker Charles Babbage, erfindet sie eine programmierbare Maschine, die ein entscheidender Vorläufer der heutigen Computer ist. Ihre Errungenschaften machten sie zu einer Pionierin für Frauen in den Wissenschaften.

Zoë Tucker hat das abenteuerliche Leben der Ada Lovelace in wenigen prägnanten Szenen zusammengefasst. In ihrem Bilderbuchdebüt illustriert Rachel Katstaller das viktorianische London mit viel Humor.

Und wir freuen uns riesig über ein Bilderbuch, in dem ein Mädchen nicht Erdbeerfee, sondern Mathematikerin werden will - und wird!

Denise Mina, Klare Sache
Ariadne, 21 Euro


Was für eine geniale Krimi-Autorin, die es unbedingt noch zu entdecken gilt. Die Schottin aus Glasgow arbeitete erst in einer Fleischfabrik, in Bars, als Köchin und als Krankenpflegerin, bis sie schließlich ihr Jurastudium an einer Abendschule abschloss. Sie wurde dann nicht wie geplant Kriminologin - sondern wollte lieber über Missstände und Ungerechtigkeit schreiben. Das macht sie so rasant, unkonventionell und scharfsinnig, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Ihr unglaublich spannender Roman "Klare Sache" erzählt die Geschichte einer Frau auf der Flucht. Weil ihr etwas passiert ist, was keiner wissen darf. Denn wenn die Wahrheit ans Licht käme, würde das Imperium einer sehr reichen und skrupellosen Person ins Wanken geraten. Wie eine einzige Person einem System von Macht, Korruption und Gier die Stirn bietet, liest sich klug, zutiefst menschlich und wahnsinnig spannend. Ein Krimi Noir mit einem guten Schuss Feminismus um eine herrliche Femme normale.

Die Farben des Himalaya
Weingarten
34,00 €


Kalender sind einfach unschlagbar, wenn man über den /die zu Beschenkende/n nur wenig weiß: Ihre Arbeitskollegin steht auf Katzen? Vorschlag: Katzenkalender. Der Musiklehrer Ihrer Kinder verreist bei jeder sich bietenden Gelegenheit? Vorschlag: Reisekalender. Der 20jährige Enkel studiert in Hamburg Philosophie, man sieht ihn 1 x im Jahr und weiß nur, dass er den banalen Dingen des Alltags (Haushalt & Co.) etwas hilflos gegenüber steht? Lösung: Entweder den Philosophie Kalender (53 Denkanstöße für 2020) oder den Kalender "Was Großmutter noch wusste (Tipps für Haushalt, Gesundheit und Garten). Oder beides.

Olga Tokarczuk: Gesang der Fledermäuse
Kampa
24,00 €


Dieses Buch der diesjährigen Literaturnobelpreisträgerin, bereits 2009 erschienen, ist grandios. Eine Achterbahn der Gefühle, hochspannend,bisweilen verstörend, aber auch schräg und lustig, mit einer hinreißenden Protagonistin.
Lassen Sie sich überraschen, es lohnt sich!
 

Tobias Schrödel: It's a nerd's world
Arena
13,00 €


Ein spannender, informativer und unterhaltsamer „Fakten-Check“ zum digitalen Alltag von dem IT-Experten Tobias Schrödel.
Kinder ab 11 bekommen Einblick über die Erfinder und Erfinderinnen, Gründer und Pioniere, die unsere IT- Technik entwickelt und Nutzungsmöglichkeiten ausprobiert und vorangetrieben haben. Das gelungene Sachbuch ist nicht nur für junge Leser geeignet, mit dem super Cover kann man es jedem Erwachsenen in die Hand drücken.

Dirk Reinhardt: Über die Berge und über das Meer
Gerstenberg Verlag

14,95 €
ab 13

Jedes Jahr im Frühling kommen die Nomaden auf dem Weg zu ihrem Sommerlager in den afghanischen Bergen in Sorayas Dorf vorbei. Unter ihnen ist Tarek, der sich mit Soraya anfreundet. Da ist sie noch ein Junge, denn als siebte Tochter wird sie einem alten Brauch zufolge als Junge erzogen, kann sich frei bewegen und zur Schule gehen. Mit vierzehn Jahren hat sie jedoch das Alter erreicht, wo sie schon längst wieder als Mädchen leben sollte, in der Stille des Hauses. Die Taliban drängen unmissverständlich darauf. Auch Tarek haben sie bedroht. Sie erwarten, dass der erfahrene Spurenleser für sie arbeitet. Tarek und Soraya sehen keinen anderen Ausweg: Unabhängig voneinander machen sie sich auf in die Fremde. In den Bergen treffen sie unverhofft aufeinander. Ein bewegender und gut recherchierter Roman zum Thema Flucht, Abschied und Aufbruch in der afghanischen Wirklichkeit.

Sasa Stanisic: Herkunft
Luchterhand

22,00 €

Das muss man erst einmal schaffen, so hin- und herzupendeln zwischen Roman, Autobiografie und Essay, ohne dass der Text zerfällt!

Lassen Sie sich von Stanisic mitnehmen auf seine Erinnerungsstreifzüge durch seine bosnische Kindheit, lernen Sie seine mit großer Zuneigung geschilderte Großmutter kennen, begleiten Sie ihn dabei, wie er als Migrant in Deutschland Fuß fasst.

Wir freuen uns wirklich sehr, dass der Deutsche Buchpreis heuer an diesen virtuosen und klugen Schriftsteller vergeben wurde!

Ulrich Hub: Das letzte Schaf
Carlsen

13,00 €

von 8 bis 99

Es menschelt sehr in dieser Schafherde, die sich in der Weihnachtsnacht auf den Weg macht, um das Mädchen mit lockigem Jahr zu suchen. Herrlich schräg, nicht wirklich bibeltreu, dabei aber sehr hintersinnig und durchaus eine Botschaft wert! Und wer wissen will, was das originellste Mitbringsel ever für das Neugeborene ist, der kommt nicht an diesem Buch vorbei – eine höchst vergnügliche Lektüre für alle Kinder ab 8 und weit darüber hinaus!
 

Ursula März: Tante Martl

Piper Verlag

€ 20,00

 

In ihrem ersten Roman erzählt Literaturkritikerin Ursula März mit Empathie von ihrer Patentante, einer resoluten, manchmal ruppigen alleinstehenden Dame, die als Lehrerin ihr eigenes Geld verdiente, ein Auto hatte und alleine in den Urlaub fuhr, alles Dinge, die in der BRD der 50er und 60er Jahre nicht an der Tagesordnung waren.
Und doch ist es Tante Martl, die bei aller Selbstständigkeit nie das Elternhaus verlässt, sie ist es, die später in großen Teilen die Eltern pflegt und auch nach deren Tod kein neues Kapitel aufschlägt...
Ein Frauenschicksal in einer Zeit, in der die Wahlmöglichkeiten gering waren: Entweder mehr oder weniger entmündigte Hausfrau und Mutter oder kinderlose Ledige, der der Ruch des Mannweibs anhaftet..
Eine liebevolle Hommage an eine nahe Verwandte.
 

Dana von Suffrin: Otto
Kiepenheuer & Witsch

22,00 €

In den 80er Jahren schrieb der englische Komiker John Cleese zusammen mit einem Psychiater den Ratgeber "Families and how to survive them". Wir wissen nicht mehr, ob dort dazu geraten wurde, sich alles in der Familie Erlebte einfach von der Seele zu schreiben, wir wissen auch nicht, ob Dana von Suffrin diesen Ratgeber gelesen hat, und am allerwenigsten wissen wir, wie stark ihr Romanerstling "Otto" autobiografisch gefärbt ist.

Wir wissen nur eins: Freunde und Freundinnen des tiefschwarzen Humors dürfen sich diese absolut schräge Familiengeschichte um einen siebenbürgisch-jüdischen Patriarchen auf keinen Fall entgehen lassen. Und das Olympiadorf und Trudering kommen auch vor - wenn das keine Argumente sind!

Eivind Hofstad Evjemo: Vater, Mutter, Kim
Verlag Luftschacht
24,00 €


Das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse war ja Norwegen, und so ist es nur recht und billig, dass wir Ihnen zwei Bücher aus dem Land der Fjorde ans Herz legen.

Es ist ein stiller, fast ereignisloser Roman, den Eivind Hofstad Evjemo neben jenes Ereignis stellt, das sich brutal und tief in das kollektive Gedächtnis Norwegens geschlagen hat: die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya. Mit nüchterner Behutsamkeit nähert er sich seinen Protagonisten Sella und Arild an, sucht im Wirrwarr der alltäglichen Dinge und der allgemeinen Trauer nach Sellas und Arilds ganz privatem Kummer, der unter der Anteilnahme wieder aufbricht. Ein berührender, genauer Text über Verlust und Trauer und die hartnäckige Einsamkeit, die zwischen den gewohnten Dingen haust.

Damit Sie nicht in Trübsinn versinken: Hinter dem Türchen Nr. 18 verbirgt sich der zweite norwegische Autor, und der ist sehr, sehr lustig!

Matthias Brand: Blackbird

Kiepenheuer & Witsch

22,00 €

 

Ja, vorlesen kann er, der Matthias Brandt. Und erst recht aus seinem eigenen Roman: Blackbird ist eine urkomische Coming-of-Age-Geschichte mit ernstem Hintergrund: Als der 15jährige Motte erfährt, dass sein bester Freund Bogi aus heiterem Himmel schwer krank geworden ist, gerät seine Welt aus den Fugen. Und als ihm dann auch noch die von allen umschwärmte Jacqueline Schmiedebach aus dem Einstein-Gymnasium schöne Augen macht, ist es endgültig vorbei mit dem Seelenfrieden. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu.

Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz.

Barbara Cantini: Mortina. Ein Mädchen voller Überraschungen

dtv junior, ab 5 Jahren

10,95 €

 

Ja, Glitzer und rosa Tüllröckchen wird man bei Mortina vergebens suchen, denn: Sie ist ein kleines Zombiemädchen und lebt mit ihrer Tante und ihrem geliebten Hund Mesto in einem großen Schloss, wo die Treppen quietschen, die Spinnweben in der Luft hängen und die Bilder an der Wand manchmal zu sprechen anfangen. Soweit also alles in Ordnung, nur dass ihre Tante ihr jeden Kontakt zu den Kindern im nahe gelegenen Dorf verbietet, macht Mortina zu schaffen. Nichts wünscht sie sich mehr als Freunde zum Spielen. An Halloween sieht Mortina endlich ihre Chance: Da ja alle gruselig verkleidet sind, wird sie schon nicht weiter auffallen, hofft sie, und schleicht sich heimlich aus dem Schloss....

Eine Gruselgeschichte zum Totlachen für Mädchen und Buben ab 5 Jahren, witzig und mit Liebe zum Detail illustriert von der Autorin höchstpersönlich.

Und, weil Kinder Reihen lieben: Im Februar 2020 wird der zweite Band mit dem sympathischen Zombiemädchen erscheinen!

Dror Mishani: Drei

Diogenes

24,00€

 

Passend zum 3. Dezember präsentieren wir Ihnen heute ein Buch mit dem Titel "Drei". Der Diogenes Verlag bezeichnet dieses Buch als Roman. Vielleicht befürchtet er, anspruchsvolle Leserinnen und Leser verlieren das Interesse, sobald "Krimi" unten drunter steht.. Wir versichern Ihnen: Suspense auf hohem literarischen Niveau. Über die Handlung etwas zu erzählen, ohne zu spoilern, ist gar nicht so einfach, deshalb nur soviel:

Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Eine zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einem Zeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.

Mit Sicherheit ein Buch, an dem Sie dranbleiben!

 

Simon Mason: Running Girl
dtv
14,99 €


ab 14 Jahren

Geh chillen, Sherlock - hier kommt Garvie Smith. Garvie Smith ist 16, sieht hammer aus, hat ein fotografisches Gedächtnis und den höchsten IQ, den es je an der Schule gegeben hat - plus die miesesten Noten. Wozu auch der Stress? Das Leben nervt total. Nie passiert irgendwas Spannendes … Bis eines Tages die Leiche von Garvies Ex-Freundin Chloe aus dem Teich gefischt wird. Und der junge Kommissar Singh sich bei seinen Ermittlungen einfach zu dämlich anstellt. Jetzt muss Garvie wohl oder übel eingreifen. Langeweile? Endlich mal keine. Schule? Muss halt warten.

George Eliot: Middle March

DTV

28 Euro

 

George Eliot hieß eigentlich Mary Anne Evans, gab sich aber, weil die Zeiten es so wollten, ein männliches Pseudonym. Darunter schrieb sie einen der wichtigsten englischen Romane überhaupt. Im Rückblick gilt die kluge, liberale und selbstbewusste Schriftstellerin als die Chronistin des viktorianischen Zeitalters. Ihr großer Roman, der sich mit dem Leben in einer englischen Kleinstadt um 1830, zu Beginn der Industrialisierung, befasst, kreist vor allem um die junge, schwärmerische Dorothea Brooke, die sich nach einem Wissen über die Welt sehnt, so wie es den Männern erlaubt ist. In ihrem Überschwang heiratet sie einen älteren Gelehrten, auf der Suche nach Inspiration. Eine verhängnisvolle Wahl... Auch die anderen Bewohner von Middlemarch ringen in ihrem Leben um Liebe, Erfüllung und das Recht auf Anerkennung. Ein wunderbar geschriebener Klassiker, aus einer Zeit, als Frauen offiziell noch nicht denken durften. Und ein Must der Weltliteratur! In Neuübersetzung gerade erschienen.

Marie Brunnthaler: Wolf

Eisele Verlag 2019, ISBN 978-3-96161-067-9

18 €

 

Ein Heimatroman im besten Sinne, archaisch, poetisch, fesselnd.

 

In einem Dorf im Schwarzwald wird 1820 ein verwilderter Knabe aufgefunden, niemand weiß woher er kommt. Man gibt den Halbwüchsigen einer Bauernfamilie in Obhut. Er ist anmutig und schön, will nicht so recht in die Umgebung passen und er besitzt erstaunliche Kenntnisse in der Naturheilkunde. Mehr und mehr Dorfbewohner scheinen dem  wundersamen Charme Gabriels zu erliegen und auch im Kloster macht man sich seine Gedanken. Als sich dann die Bäuerin in Gabriel verliebt, spitzen sich die Ereignisse zu. Und die Frage die alle umtreibt ist: Wer ist dieser Fremde, wo kommt er her und was führt er im Schilde?

 

Madelaine Miller: Ich bin Circe

Eisele Verlag 2019, ISBN 978 3 96161 068 6

24,00 €

 

 

Die griechischen Göttersagen neu erzählt.

 

Aus wunderbar weiblicher Sicht erzählt Circe, Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, ihre Lebensgeschichte.

 

Sie ist anders als ihre Familie, eigen, temperamentvoll und mit Neugier auf die Sterblichen, was ihr letztlich zum Verhängnis wird.

 

Verbannt auf eine einsame Insel lernt sie, auf sich allein gestellt, die Natur zu verstehen und zu nutzen und wird zur mächtigen Zauberin.

 

Daidalos, Minotaurus, Odysseus, Skylla, die Argonauten, Medea – alle sind mit ihr verbunden. Dieser Roman ist eine höchst vergnügliche Nachhilfestunde in griechischer Mythologie, erzählt von einer leidenschaftlichen Frau, die sich am Ende entscheiden muss, ob sie zu den Göttern oder den Menschen gehören will.

 

Arthur Dziuk, Das Ting

DTV 2019, ISBN 978-3-423-23006-3,

€ 18,00

 

Zukunftvision, Thriller, Geschichte übers Erwachsen werden - von allem etwas.

 

In Berlin finden sich vier, sehr unterschiedliche, junge Visionäre und gründen ein Start-Up: Grundlage ist Das Ting - eine App, die körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und aufgrund dessen Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen gibt.

Die App überzeugt, doch sie hat noch Kinderkrankheiten. Linus, Ideengeber und Mastermind des Ting macht sich an die Optimierung der App, die sein Leben und das künftiger User leichter machen soll. Um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen - mit verheerenden Folgen.

 

Daniela Krien

Die Liebe im Ernstfall

Diogenes, € 22,00

 

Hier nur ein Schauplatz, nämlich Leipzig, aber 5 verschiedene, vielfach ineinander verwobene Frauenschicksale, alles Mittdreißigerinnen, die versuchen, ein Leben zu führen, das dem gesellschaftlichen Idealbild von Familie oder zumindest trauter Zweisamkeit entspricht. Und obwohl sie auf ganz unterschiedliche Weise vom Leben und der Liebe gebeutelt werden, erweisen sie sich alle dann doch als bemerkenswert widerstandsfähig. Ein virtuos komponierter Geschichtenreigen, bei dem der Akzent weniger auf Handlung und Action als auf Sprache, Rhythmus und Form liegt.

Mohammed Hanif: Rote Vögel

Hoffmann und Campe 2019, ISBN 978 3 455 00516 5

22,00 €

 

Die eine oder der andere von Ihnen denkt sich bestimmt: „Hanif, Hanif? Den Namen hab‘ ich doch schon mal gehört!“ Genau, Mohammed Hanif ist der pakistanische Autor, dem 2009 für seinen Roman „Eine Kiste explodierender Mangos“ der bayerische Corine-Preis verliehen wurde. Und nun hat er einen neuen Roman vorgelegt:

Irgendwo über der orientalischen Wüste stürzt US-Major Ellie mit seinem Hightech-Kampfjet ab. Er staunt nicht schlecht, wer ihm zur Rettung eilt: ein vorwitziger Teenager mit eigenem Jeep und ramponiertem Hund, ausgerechnet aus dem Flüchtlingscamp, das Ellie bombardieren sollte. Momo hofft, dass der Bruchpilot ihm helfen kann, seinen Bruder zu finden. Mit einer neugierigen Entwicklungshelferin im Schlepptau macht sich das unwahrscheinliche Gespann auf die Suche nach dem verschwundenen Jungen.

Wer sich mit dem unheilvollen Engagement der USA im nahen und mittleren Osten mal auf andere Art und Weise beschäftigen möchte als mit deprimierenden Fernsehbildern oder staubtrockenen Sachbüchern, kommt bei dieser rabenschwarzen Satire voll auf seine Kosten.

 

Gabriele Tergit: Effingers

Schöffling

€ 28,00

 

»Effingers« ist ein großartiger Familienroman dreier deutsch-jüdischer Familien, gleichzeitig ein politischer Zeitroman von 1878 bis 1948.

Die Autorin, Gerichtsreporterin und Feuilletonistin in der Weimarer Republik,  musste 1933 vor den Nazis fliehen. Entstanden ist ihr Werk in den 30er und 40er Jahren.   

Die Geschichte der Familie Effinger beginnt mit einem Brief des 17-jährigen Lehrlings Paul Effinger, sie endet mit dem Abschiedsbrief des nunmehr 80-Jährigen kurz vor seiner Deportation. Dazwischen treffen wir selbstbewusste, sozial engagierte, patriotische Bürger, Patriarchen ebenso wie starke uns selbstständige Frauen. Tergit schreibt mal bitter und sarkastisch, nie lamentös, mit viel Witz und Mitgefühl.

Jocelyne Saucier

Niemals ohne sie

Suhrkamp Verlag, € 20

 

Wer das erste Buch "Ein Leben mehr" der kanadischen Autorin Jocelyne Saucier gelesen hat, weiß um ihre besonderen Utopien und Lebensentwürfe.

 

Ähnlich gewagt ist der zweite große Wurf - ganz wörtlich zu nehmen, denn wir erleben das wilde und zugleich innig-gemeinschaftliche Familienleben der 23-köpfigen Cardinals in einem entlegenen Ort Kanadas.

 

21 Kinder, die vor nichts und niemand Angst haben. Eine Mutter, die kaum die Küche verläßt, aber auf ihre Weise jedem einzelnen nahe ist. Ein verschrobener Vater, dem das Schürfen in der alten Zinkmine und das Leben mit dem Gestein alles bedeutet.

 

Wirklich alles andere als eine gewöhnliche Familie! Wer sich auf diese Roman einlässt, taucht ein in eine Welt, die aller Rauheit zum Trotz den Glauben an eine selbstbestimmtes, freies und gemeinschaftliches Leben feiert. Unbedingt lesenswert!

 

William Boyd

Blinde Liebe

Kampa Verlag, € 24,00

 

Brodie Moncur hat das absolute Gehör und gilt als Genie unter den Klavierstimmern. Als er in Paris dem grandiosen Pianisten John Kilbarron begegnet, nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Rasch zeigt sich, dass Brodies Künste unverzichtbar für Kilbarron sind. Gemeinsam feiern sie Triumphe in ganz Europa, führen in St. Petersburg ein luxuriöses Leben, das Brodie, aufgewachsen in einem schottischen Dorf als Sohn eines tyrannischen Pfarrers, sich nie hätte erträumen lassen. Und doch ist das alles für Brodie unwichtig. Denn der wahre Grund, weshalb er in die Dienste des genialen, aber unberechenbaren Pianisten eingetreten ist, ist dessen Geliebte, die russische Sopranistin Lika.


Brodie weiß, dass diese Liebe unmöglich ist, und setzt doch alles für sie aufs Spiel - auch sein eigenes Leben. Denn der Klavierstimmer, der mit wenigen Handgriffen über Erfolg oder Misserfolg eines Konzerts, ja einer Pianistenkarriere entscheiden kann, folgt seinem Herzen, das sich nicht umstimmen lässt.

 

Ein wunderbar geschriebenes Buch, das einen in die damalige Zeit und die Welt der Musiker eintauchen läst - und eine schöne Liebesgeschichte.

 

Lea Singer

Der Klavierschüler

Kampa Verlag, € 22,00

 

1986 verhindern ein paar Minuten Musik einen Selbstmord. Ein Barpianist lotst den Mann, den Schumanns Träumerei rettete, auf eine Reise

in die Vergangenheit - zu dem angstvoll gehüteten Geheimnis eines Jahrhundertpianisten.

 

1937 hatte Vladimir Horowitz in der Schweiz eine Affäre begonnen, mit der er seine ganze Karriere und seine Ehe mit Toscaninis Tochter aufs Spiel setzte. Vor sieben Jahren stieß Lea Singer auf brisante unveröffentlichte Briefe von Vladimir Horowitz an einen jungen Schweizer namens Nico Kaufmann.

 

Der begabte Sohn aus gutbürgerlichem Haus wurde 1937 sein erster Klavierschüler und sein Geliebter. Als Jude verfolgt, war Horowitz Ende der dreißiger Jahre zum Aufbruch ins Exil gezwungen. Ein Trauma, aber auch die Chance, sein Leben zu ändern, sich endlich zu sich selbst zu bekennen.

 

Fünfzig Jahre später erzählt Nico Kaufmann, zu einem Barpianisten herabgesunken, einem Unbekannten von dieser Liebe und ihren nächtlichen Seiten. Er führt den Fremden zu den Luxushotels, in denen Horowitz mit ihm zwei Jahre lang seine Leidenschaft im Verborgenen lebte, und immer näher heran an die brennenden Fragen: Wie viel Mut fordert die Liebe? Und was geschieht mit dem, der seine Sehnsucht verleugnet?

 

Ein packendes Buch über eine unmögliche Liebe in unmöglichen Zeiten, den Kampf eines Genies mit seinen "Dämonen" und die Macht der Musik.

 

 

 

Jonas Lüscher: Kraft

btb TB, € 10,00

 

Richard Kraft, angejahrter Professor der Rhetorik in Tübingen, würde sich gerne von der Gattin trennen - doch eine Scheidung ist teuer.

 

Hoffnungsschimmer: Das Preisgeld in Höhe von 1 Million Dollar für die beste Antwort auf eine bestimme philosophische Frage. Ort der Veranstaltung: Kalifornien, Silicon Valley

 

Und so macht sich Prof. Kraft, wahrlich kein Freund der digitalen Revolution, auf in die Höhle des Löwen.

 

Verstaubter Gelehrter meets digital natives: Ein satirischer Lesespaß ohnegleichen. Unvergesslich: Die Szene mit der Bootsfahrt...

 

 

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Schnee, Feuer, Schuld, Tod..... kein klassischer Krimi, sonder ein dichter Roman vor winterlicher Alpenkulisse, dessen verhängnisvolle Atmosphäre den Leser sofort gefangennimmt.

 

Frühe 50er Jahre: Der junge Historiker Max reist für Doktorarbeit über Thema Hexen in Tiroler Bergdorf und begegnet dort einer archaischen, von Aberglauben und Misstrauen geprägten Welt. Nach dramatischer Zuspitzung (Feindseligkeit der Dorfbewohner schlägt um in offene Aggression, tödliche Lawinenabgänge, Max gerät unter Mordverdacht) verschwindet der junge Historiker für immer von der Bildfläche...

 

Gut 50 Jahre später: John Miller aus Amerika macht sich auf die Suche nach Spuren seines verschollenen Cousins Max und versucht, Licht in dessen ungeklärtes Schicksal zu bringen..

 

Ein spannendes und sprachgewaltiges Sittenbild der 50er Jahre in den Tiroler Alpen!

 

 

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Franz Hohler: An liebsten aß der Hamster Hugo Spaghetti mit Tomatensugo, Tiergedichte

Hanser Verlag, € 14,00

 

Heute sind wir faul und lassen einfach einen Text für sich sprechen: Endlich ist wieder ein neuer Band mit superwitzigen Kindergedichten von Franz Hohler erschienen, z. B.:

 

Ein großer grauer Wolf

Der spielte gerne Golf.

 

Das tat er noch und noch

Und traf doch nie ein Loch.

 

Er sagte: "Mir egal-

Spaß macht es allemal."

Recht hat er, der Wolf.…

 

 

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Deborah Levy: Heiße Milch

Kiepenheuer&Witsch, € 20,00

 

Ein bitterböser Roman, dessen Humor so beißend ist wie die auf dem Cover abgebildete Meduse:

 

Mutter und Tochter

 

Die Mutter leidet – woran genau,ist unklar. Gut, dass es da die treusorgende Tochter gibt, die sich Mamas Genesung zum Lebensinhalt gewählt hat. Alle Hoffnungen werden auf den Aufenthalt in einer Spezialklinik in Spanien gesetzt.

 

Doch die unorthodoxen Behandlungsmethoden des Klinikdirektors einerseits und die Bekanntschaft der Tochter mit der selbstbewussten und unkonventionellen Ingrid andererseits bringen Bewegung in das eingespielte Abhängigkeitsverhältnis….

 

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Wolf Haas: Junger Mann

Hoffmann und Campe, € 22,00

 

In seinem neuen Roman „Junger Mann“ nimmt uns Wolf Haas mit in seine Jugendjahre:

 

Der Ich- Erzähler, ein übergewichtiger und immer ums rechte Wort verlegener Internatsschüler, arbeitet in den Sommerferien an der Tankstelle und verliebt sich dort Hals über Kopf in die Dorfschönheit Elsa.

Leider die falsche Liga, denn Elsa ist zu alt für ihn, zu schön für ihn und außerdem verheiratet. Und zwar mit Tscho, dem coolsten LKW-Fahrer der Welt.

 

Doch der junge Mann verordnet sich eine strikte Diät und findet Mittel und Wege, sich der Angebeteten zu nähern. Und dann lädt der Tscho ihn ein, ihn auf seiner LKW-Tour nach Griechenland zu begleiten, und alles kommt ganz anders als gedacht…

 

Lakonischer Humor, filmreife Dialoge: ein Haas, wie er leibt und lebt!

 

 

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Michael Decar: Tausend deutsche Diskotheken

Ullstein Verlag, € 20,00

 

Der Roman ist eine rasante, aberwitzige Irrfahrt durch das Deutschland der späten 80iger Jahre und seine Diskotheken.

 

Bahnvorstand Mauke wird von einem anonymen Anrufer erpresst, und der einzige Hinweis auf dessen Identität ist, dass er aus einer Diskothek anrief, in der Madonnas "White Heat" gespielt wurde. Nun soll Privatdetektiv Frankie, selbst Stammgast in sämtlichen Münchner Diskotheken, den Erpresser finden. Mit seinem zucchinigrünen Opel Admiral durchkämmt er zuerst das Münchner Nachtleben, später die Diskotheken der gesamten Republik. Bald wird klar, dass er Teil eines Spiels ist, in dem es um Industriespionage, Doppelagenten, Verrat und Täuschung geht.

 

Im heißen Sommer des Jahres 1988 ist Frankie auf einem irren Trip, bei dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit zunehmend verwischen.

 

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Hugo Boris: Die Polizistin

Ullstein Verlag, € 20,00

 

Gehorsam oder Moral?

 

Drei Pariser Streifenbeamten müssen nach einem anstrengenden Arbeitstag noch eine Sonderschicht übernehmen: Sie sollen einen abgelehnten Asylbewerber zum Flughafen bringen, von dort soll er nach Tadschikistan abgeschoben werden. Ein Blick in die Akte, und Virginie ist klar, dass das für den Flüchtling einem Todesurteil gleichkommt. Gemeinsam mit Aristide und Érik steht sie vor einem Dilemma, aus dem es keinen Ausweg gibt.

 

Hugo Boris macht aus seinen Streifenbeamten weder Helden noch gewissenlose Befehlsausführer. Für die Recherche zu diesem Roman mit Krimi-Anklängen ist er fünf Monate lang mit französischen Polizisten Streife gefahren und hat ihren Alltag miterlebt.

Der Erzählton ist nüchtern und wertfrei - und trifft einen dafür um so härter…

 

 

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Peter Bichsel, Was wäre, wenn?

Kampa Verlag, € 22,00

 

Der Schweizer Autor Peter Bichsel ist der geborene Geschichtenerzähler und das seit über 50 Jahren. Für seine wunderbaren "Kindergeschichten" erhielt er 1970 den deutschen Judendliteraturpreis, damals schon war sein Thema: Was wäre, wenn?

 

Seine nun erschienen Gespräche mit Siglinde Geisel sind voll unterhaltsamer Anekdoten, die sein Leben und seine Zeit beleuchten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit Input und Teil der neuen Gesprächsreihe des Kampa Verlages mit so interessanten Zeitgenossen wie David Bowie, Susan Sontag oder Levi-Strauss.

 

Stephen Fry: Mythos, Was uns die Götter heute sagen, Aufbau Verlag, € 24,00

 

Zügellosigkeit, Lebenslust, Mord und Totschlag, Triumph und Tragödie: Die griechischen Göttersagen sind wilder und wüster als das Leben selbst. Die alten Griechen inspirierten unter anderen Shakespeare, Michelangelo, James Joyce und Walt Disney.

In Stephen Frys brillanter Nacherzählung erwachen sie zu neuem Leben. Wir verlieben uns mit Zeus, sehen die Geburt der Athene und weinen mit König Midas. Meisterhaft und in bester Tradition des britischen Humors zeigt uns Stephen Fry die Bedeutung der griechischen Sagen für die Geburt der Literatur.

 

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"Herr Müller- Lüdenscheidt, lassen Sie die Ente zu Wasser"!

Wie könnte der Tag besser beginnen als mit einem Cartoon von Loriot?

Doch das ist nicht unser einziger Tagesabreißkalender: Egal, wofür sich der oder die zu Beschenkende interessiert: Wir haben für (fast) jeden den passenden Abreiß- oder Wandkalender: Der Irland-Fan bekommt den Irland-Kalender, die Literaturfreundin den Literatur-Kalender, wer gerne liest und gerne kocht, freut sich über den literarischen Küchenkalender, für Jazzfans gibts den Jazz-Kalender...
Kommen, stöbern und mit einem passenden Geschenk nach Hause gehen... Sie wissen, wo Sie uns finden.

 

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Anita Brookner: Ein Start ins Leben
Eisele Verlag, € 20,00

 

„Im Alter von vierzig Jahren wurde Dr. Weiss klar, dass die Literatur ihr Leben ruiniert hatte“. Einen Roman, der so anfängt, will man weiterlesen, vor allem als Buchhändlerin…

Wir hoffen, dass die Geschichte von Ruth Weiss Sie ebenso berühren wird wie uns. Ruths einzige Zuflucht in ihrem wenig liebevollen Elternhaus (Mutter Helen, einst gefeierte Schauspielerin, verbringt ihre Tage mit einem Drink in der Hand im Bett, Vater George sehnt sich nach einer Frau, die in der Lage ist, sich um sich selbst und ihr Zuhause zu kümmern) sind Bücher. Ein Studienjahr in Paris soll die große Wendung in Ruths Leben bringen. Dort erfährt sie zum ersten Mal, was Freiheit bedeutet. Wird sie hier endlich ihrer Einsamkeit entkommen?

Mit ihrem Roman „Ein Start ins Leben“ ist Anita Brookner eine außerordentlich kluge, einfühlsame und stellenweise sehr witzige Tragikomödie gelungen.

John Boyne: Cyril Avery
Piper Verlag, € 26,00

 

Ein wunderbar athmosphärischer Roman über einen jungen Iren auf der Suche nach sich selbst und ein Portrait Irlands der 40er Jahre und seiner streng katholischen Moral.

Als uneheliches Findelkind wächst Cyril Avery bei einem exzentrischen Dubliner Ehepaar auf, das ihn zwar versorgt, aber  mehr auch nicht. Auf dem katholischen Internat lernt Cyril den jungen Julian Woodbead kennen und eine innnige Freundschaft entsteht - bis Cyril mehr für Julian zu empfinden beginnt und sich dieser zurückzieht.

Einsam und verzweifelt verlässt Cyril letztendlich das Land - ohne zu wissen, dass diese Reise über Amsterdam und New York ihn an den Ort führt, nach dem er immer gesucht hat: Heimat.

Oliver Jeffers: Hier sind wir,
Anleitung zum Leben auf der Erde
Nordsüd Verlag, € 16,00

 

Der Autor und Künstler Oliver Jeffers erklärt  in diesem Buch seinem kleinen Sohn die Welt mit wunderschönen Bildern und Texten. Es entsteht gewissermaßen eine Gebrauchsanweisung für unser gemeinsames Dasein auf der Erde und lädt zum Gespräch und Nachdenken ein - wunderschön für Kinder und Eltern!

Luce D'Eramo: Der Umweg
Klett-Cotta, € 24,00

 

Luce D'Eramos Vater war Staatssekretär unter Mussolini und sie selbst bewunderte schon als Jugendliche den deutschen Nationalsozialismus. Sie kann aber die Nachrichten von Konzentrationslagern nicht glauben und macht sich 1944 als 18-jährige auf den Weg nach Deutschland.
Luce meldet sich freiwillig als Fremdarbeiterin der IG Farben in Frankfurt-Höchst. Entsetzt von den Arbeitbedingungen organisiert sie Streiks und läßt sich nicht nach Italien zurückschicken. Letztendlich kommt sie ins KZ Dachau, kann durch die Abwassserkanäle Münchens fliehen und irrt als Illegale durch Deutschland.
Nach dem Krieg zählt Luce D'Eramo zu den wichtigsten italienischen Intellektuellen.

Ulrich Hub: Das letzte Schaf
Carlsen Verlag, € 13,00

 

Was ist das nur für ein helles Licht, das die Schafe inmitten einer Winternacht aus dem Schlaf reißt? Und wo sind eigentlich ihre Hirten geblieben? Wurden sie vielleicht von einem Ufo entführt? Oder hat das Ganze etwa mit diesem Mädchen zu tun, das in einem nahegelegen Stalll geboren worden sein soll? Um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen, begebn sich die Schafe auf eine abenteuerliche Nachtwanderung. Doch schon bald haben sie das erste Schaf verloren...Hintersinnig und rasend komisch!

Kent Nerburn: Nicht Wolf nicht Hund, Auf vergessenen Pfaden mit einem alten Indianer
Verlag C.H.Beck, € 19,99

 

Unvergessene Charaktere, indianische Weltsicht, Witz und Ironie,  Geschichtswissen- und schreibung: all das und noch mehr finden Sie in diesem Roadmovie mit zwei Indianern, einem alten Hund und dem Autor, einem weißen Amerikaner.

Dem Autor Kent Nerburn gelingt diese romanhafte autobiographische Erzählung so unterhaltsam und eindrucksvoll, dass wohl niemand ein Auge zumacht, bevor nicht auch die letzte Seite gelesen ist.

Paula McLain: Hemingway & ich
Aufbau Verlag, € 24,00

Martha Gellhorn führte ein aufregend untypisches Leben als junge Frau Anfang des 20.Jahrhunderts. Sie folgt  ihrem Vorbild Hemingway als Reporterin in den spanischen Bürgerkrieg und beginnt damit ihre Karriere als  Kriegsberichtserstatterin.  Was sie immer wieder an die Kriegsschauplätze der Welt und immer wieder in die Arme von Hemingway treibt, wie sich beide schriftstellerisch und als Paar ergänzen  und Gellhorn doch ganz ihren eigen Weg geht - das weiß die Autorin McLain vor dem Hintergrund der weltpolitischen Ereignisse grandios zu schildern.  

Judith Burger: Gertrude Grenzenlos
Gerstenberg Verlag, € 12,95

Gertrud eist neu in Inas Klasse und ist anders als alle Mädchen, die Ina kennt. Sie trägt Westklamotten, ihr Vater ist Schriftsteller und die Familie hat einen Ausreisantrag gestellt. Zum ersten Mal hat Ina eine beste Freundin und merkt nun, dass diese Freundschaft nicht erwünscht ist. Das will sie sich nicht gefallen lassen..

Ein sehr gelungener Einblick für 10-12-jährige LeserInnen in die Zeit der DDR. Und eine wunderbare Freundschaftsgeschichte zweier Mädchen, die füreinander einstehen. Und wer Gertrude Stein noch nicht kennt, lernt auch diese kennen!

Philipp Blom: Eine italienische Reise
Habser Verlag, € 26,00

Um 1700 machte sich ein Geigenbauer aus dem Allgäu auf den Weg nach Italien. Eines seiner Instrumente ist in süddeutscher Tradition gebaut, aber vermutlich in Venedig fertiggestellt. Der Historiker Philipp Blom hat diese Geige entdeckt. Er bespielt sie selbst und ist fasziniert von ihrem Klang.

Er begibt sich auf Spurensuche. Wir erfahren von einem Netzwerk, in dem bereits vor mehr als 300 Jahren Menschen, Waren und Wissen durch Europa zirkuulierten. Ein ungewöhnlicher Einblick in die europäische Geschichte und Kultur des 18. Jahrhunderts!

Odo Lindberg: Udo
Kiepenheuer&Witsch, € 24,00

"Stell Dir vor, Du gibst eine Party, und das Ganze dauert ein bisschen länger. Nicht bis zum Morgengrauen. Nicht zwei odr drei Tage. Eher vierzig Jahre. So genau weißt Du es nicht mehr. Es ist schließlich eine Party, und da kann es schon mal passieren, dass man den Überblick verliert."

Viel Spaß mit Udo Lindenberg!!

Yotham Ottolenghi: Simple. das Kochbuch
Dorling Kindersley, € 28,00


Wer essenspolitisch für die kommenden Tage noch unentschieden ist, der werfe einen Blick in Ottolenghis neues Kochbuch!

Der Name ist Programm, denn die über 100 Rezepte sind erstaunlich einfach zuzubereiten und trotzdem nicht nur für Anfänger interesssant.

Das klare Layout und die schöne Fotografie komplettieren den Genuß.

Guten Appetit!

Valija Zink: Drachenerwachen
Fischer Verlag, € 14,00

Eine Koffer - Verwechslung zu Beginn führt zu aufregenden Abenteuern, die alle 10-jährigen mit Spaß und Begeisterung lesen werden!  In dem (fremden) Koffer der uninteressanten Nachbarin befindet sich ein Ei aus dem nicht das Urmel, aber ein Drachenkind schlüpft. Das stellt die Nachbarschaft und das Leben der Geschwister Janka und Johann und Frau Tossilo gehörig auf den Kopf.
Schlaflose Nächte mit Taschenlampe garantiert...

Markus Mauthe: Lost, Menschen an den Rändern der Welt, Knesebeck, € 50,00

Der Fotograf und Umweltaktivist  Markus Mauthe gibt mit diesem faszinierenden Bildband allen Menschen an den Rändern der Welt eine Stimme.
Und verschweigt nicht, dass immer noch und immer mehr die Lebensräume durch unseren ressourcenverschwendenden westlichen Lebensstil und wirtschaftliche Interessen gefährdet sind.

 

Eine "Randnotiz der Musikgeschichte" hat Ralf Günther zu einer farbigen und fein gezeichneten Novelle verarbeitet. "Als Bach nach Dresden kam"  greift Quellen aus dem Umfeld Johann Sebastian Bachs auf, die von einem Tastenwettstreit zweier berühmter Organisten im September 1717 am Dresdner Hof berichten. Niemand geringerer als Johann Sebastian Bach soll auf Einladung seines Fürsten August des Starken gegen den französischen Tastenvirtuosen Louis Marchand, ehemals Hofmusiker am Hof des Sonnenkönigs, Ludwig des XIV. angetreten sein.

Historisch stilecht - und in den musikgeschichtlichen Details belastbar! - schmückt der Autor seine Anekdote aus, spitzt die Gegensätze der Charaktere und die Handlung dramatisch zu und würzt mit einer kleinen, am Rand erzählten Liebesgeschichte. Für Liebhaber historischer Miniaturen à la Stefan Zweig - nicht nur für Klassikfans oder Orgel-Aficionados.

 

Ralf Günther, "Als Bach nach Dresden kam", Kindler Verlag Oktober 2018

                                    

Der Autor Alex Rühle ist den Münchnern als Kulturredakteur der Süddeutschen Zeitung bekannt und hat jetzt ein erstes Kinderbuch veröffentlicht: "Zippel,das wirklich wahre Schloßgespenst".

Was ist an Zippel denn wirklich wahr? Daß er nicht, wie immer angenommen, in einem (Königs)Schloß lebt, sondern tatsächlich im Türschloß eines echten Münchner Mietshauses. Zippel ist ein sehr pfiffiger, verschmitzter, hellwacher Vertreter seiner Gattung und es ist ein Vergnügen, seiner Geschichte zu folgen, bewegt sie sich doch immer ganz haarfein neben den Klischees und dem Erwartbaren entlang und unterhält auf intelligente Art, ohne sich mit Action, Message, Grusel oder pädagogischem Anspruch zu belasten.

 

Ein (Vor-) Lesevergnügen für alle ab 6 J!

                                                                    

Ein eiskalter Ort an der Grenze zu Nordkorea: Ein französischer Künstler und die junge Angestellte der schäbigen Pension erkunden bei langen Spaziergängen die Umgebung und kommen sich dabei näher. Beide suchen nach einem Neuanfang. Sie will dem tristen Leben entfliehen, er sucht in der Abgeschiedenheit Inspiration.

Mehr nicht und doch so viel: Die große Kunst von Elisa Dupasin besteht darin,  kleine alltägliche Begebenheiten sehr klug zu beobachten und dafür eine Sprache zu finden, die knapp und nüchtern beschreibt und dennoch wie zwischen den Buchseiten schwebt. Der aktuelle weltpolitische Bezug ist zusätzlich reizvoll.                                           

 

Elisa Shua Dusapin: Winter in Sokcho, Blumenbar Verlag, Berlin 2018

Erscheint am 14. September!

 

Wer Kinderbücher mag, verkauft, verschenkt oder vorliest, kann an Rotraut Susanne Berner nicht vorbeigekommen sein..die bekannte und sehr geliebte Illustratorin der Wimmelbücher und der Karlchen-Reihe- um nur die populärsten ihrer Bücher zu nennen - wird 70! Als Hommage hat der Gerstenberg Verlag seiner prominenten Illustratorin "Sammel & Surium, Bücher und Bilder aus 40 Jahren" gewidmet.

Der sehr sehenswerte Band enthält Würdigungen von Axel Scheffler und Benedikt Erenz, eine Biographie und ein umfangreiche Werksbibliographie. Es ist eine Entdeckung, wie vielseitig und vielschichtig Berner illustriert und damit auch immer "kommentiert". Blick und Strich sind stets liebevoll, menschlich und zugewandt und gehen doch tiefer, als man es auf den ersten Augenschein vermuten mag: Berners Illustrationen, Interpretationen öffnen den Textraum ohne jedes Pathos, ohne jede Süße und andere Geschmacksverstärker. Sie zeigen die Möglichkeit einer heiteren, gelassenen, getrösteten Gegenwart, selbst da, wo Melancholie sich dreinmischt. Denn - das versteht sich- diese Kunst ist nicht immer heiter. Aber immer vital. Immer dem Leben zugewandt, dem Tun und Machen, und der Fantasie mehr als dem Traum. (Benedikt Erenz)

Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung vom 18. August bis 18. November 2018 im Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst, Hannover.

                                     

Rotraut Susanne Berner, Sammel & Surium, Bücher und Bilder aus 40 Jahren,

Gerstenberg Verlag 2018

Wie sich aus einer Schulaufgabe ein echtes, richtig wildes Abenteuer entwickeln kann, davon erzählt Silke Lambeck in " Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich".

Matti und Otto tun sich zusammen, um die Aufgabe ihrer Musiklehrerin zu erledigen.

Ein Rap muss her- texten, singen, tanzen und das Video drehen. Wie sie Inspiration finden, einen beinahe gentrifizierten "Späti" und seinen Besitzer vor der Entmietung bewahren, einen echten Rapper ("Bruda Berlin") als Unterstützer und Coach gewinnen und sich der Zumutungen eines ganz normalen Kinderlebens in einem Berliner Kiez erwehren, hat Tempo, Witz und feine Ironie. Auch die Erwachsenen - bloggende, patchworkende, alleinerziehende, datende Elternteile- kriegen ordentlich ihr Fett ab.  Empfohlen ab 8.

                                     

Silke Lambeck: Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich. Mit Bildern von Barbara Jung,

Gerstenberg Verlag 2018

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